Zurück zu den Wurzeln unseres deutschen Camperlebens:
Auf genau diesem Platz haben wir am 5.5.2018 unsere Camperkarriere gestartet und waren das erste mal mit unserem Caddy-Camper unterwegs. Ein sehr schöner Platz, der schon lange wieder mal auf unserer To-Do-Liste stand, aber gerade im Sommer immer wieder rappelvoll ist. Aber genau dafür sind ja die Saisonauftaktwochen erfunden worden…

Doppelt gespannt starten wir diesen Trip, denn wir haben uns vor einigen Tagen ein aufblasbares Vorzelt für Froggy (gebraucht) gekauft, um Kälte, Wind und Regen zu trotzen, ohne Angst um die Markise zu haben. Und diese Zelt soll heute seine Premiere feiern.
Einigermassen pünktlich kommen wir Freitags aus dem Homeoffice, die Fahrt bis kurz hiner Würzburg dauert unter zwei Stunden und so sind wir zeitig am Schiefen Turm, das Wetter ist toll, nicht ideal für unser Zelt-Experiment, aber vielleicht ist ein Üben des Aufbaus in der Sonne einfacher als bei Sturm und Regen…
Wir kriegen zwar keinen Platz in der ersten Reihe mehr, aber auch in der zweiten hat man noch einen ganz netten Blick auf den Main und so richten wir uns nur ganz rudimantär ein, bevor wir uns mit unserem „Obelink EasyAir Palma 280“ beschäftigen. Der Anfang verläuft zügig und selbsterklärend, aber dann laufen wir in die erste Herausforderung: Der Keder ist wegen beidseitigen Überständen deutlich länger als die Kederschiene unserer Markise und jene ist am Ende mit einer Blende verschlossen, einfach weiter durchziehen geht also nicht. Google und die KI bringen uns nicht wirklich weiter, wir leihen uns eine Leiter vom Platzwart und nehmen das Stück detailliert ins Visier. Trotzdem haben wir die Befestigung immer noch nicht durchschaut und so dauert es, bis wir schliesslich die Kappe ohne Zerstörung entfernt haben, damit aber leider auch das Bein der Markise, denn diese Teile gehören zusammen. OK, diese Idee ist also gescheitert, sodass die brachiale Methode zum Einsatz kommen muss: Den Keder an einer Stelle einschneiden und an dieser Lücke einfädeln und schon klappt es (die „Wunde“ im Keder ist aber verschmerzbar, selbst bei einem Weiterverkauf dürfte das nicht stören). Kurze Zeit später steht das Monster, wie wir das Zelt wegen seiner wuchtigen Verpackungsmasse getauft haben, aufrecht vor unserem WoMo, als wäre es dafür gemacht worden… 🙂

Noch nicht perfekt, aber ein Blick auf die Uhr sagt uns, dass es jetzt höchste Zeit zum Abendessen ist, wir haben beim platzeigenen Italiener am Fluss einen Tisch reserviert, schöner Ausblick, freundliche Bedienung, lecker Essen. Vor acht Jahren war es noch ein Grieche, aber die Pizza und das Schnitzel Bolognese schmecken in der Lage klasse und sind sogar einigermassen preiswert!
Zurück an Froggy werkeln wir noch etwas am Zelt, aber für heute reicht es erst mal: Sieht noch nicht perfekt aus, hat aber schon seine Funktion.
Heute Abend ist es gar nicht notwendig, im Zelt zu sitzen, nicht kalt, sehr wenig Wind und kein Regen, aber jetzt müssen wir es einfach mal austesten…
Müde aber zufrieden fallen wir gegen Mitternacht in unser bequemes Bett, ohne Angst vor Sturmböen haben zu müssen.
Einer der wenigen Nachteile dieses Platzes: Es gibt zwar einen Brötchenservice, abzuholen aber nur zwischen 8 und 9 und so stellt sich Su heldenhaft den Wecker, damit wir etwas zu frühstücken haben, während Co noch den Träumen fröhnt…
Auch heute ist wieder beste Wetter und so können wir einfach nicht in unserem Zelt frühstücken sondern setzen uns in die Sonne davor:

Frisch gestärkt optimieren wir noch etwas unser Monster, machen uns dann aber nach einem netten Plausch mit unseren Nachbarn auf ins Städtchen Kitzingen, nur ein paar Minuten mit dem Rad am Flussufer entlang. Keine Offenbarung, aber ein netter kleiner Ort mit halbwegs lebhafter Innenstadt, einigen Geschäften und alten Häusern und natürlich dem Namenspatron unseres Campingplatzes: Dem schiefen Turm. Ein paar Lab-Caches, ein Eis am Flussufer und ein Ausflug zum nahem WoMo-Stellplatz (ganz ordentlich) und dann machen wir uns schon wieder auf den Heimweg.
Co ist noch voller Tatendrang (und FitBit-getrieben) und radelt noch eine Stunde weiter in den übernächsten Ort (leider ohne Biergarten) während Su sich im nahegelegenen Edeka-Shoppingcenter die Zeit vertreibt. Viel zu schnell neigt sich dieser Tag schon wieder dem Ende entgegen und wir zaubern uns leckere Burger auf dem Grill, aber bis wir mit dem Essen fertig sind ist es bereits dunkel und fast 10 Uhr.
Ein Highlight des Platzes wollen wir heute aber schon noch testen: Die sagenumwobenen Sanitäranlagen, in dezentem Gold gehalten:

Nicht jedermanns Geschmack, aber sehr edel, besonders die Regenduschen:

Um es vorweg zu nehmen: Eine sehr gute 9 von 10: Platz, Wasserdruck und -temperatur, alles prima, sehr sauber dazu auch noch, nix zu meckern!
Spät ist es, bis wir endlich im Bett liegen, aber ein sehr schöner Tag.

Am Sonntag kommt dann aber wirklich das Monster zum Einsatz: Su schafft es gerade noch, die Brötchen abzuholen, dann starten Starkregen und Windböen, also doch der erste Test für unser Zelt. Was soll man sagen: Es tut, was es soll, man bleibt trocken und windgeschützt. Zum Glück haben wir uns wieder einen Late-Checkout gegönnt und können noch ein wenig im Bett dem Regen beim Trommeln aufs Dach zuhören, aber schliesslich stehen wir doch auf und freuen uns über unsere trockenen Logenplätze!
Die meisten Nachbarn brechen langsam auf, bei uns haben sie sich gestern vertan: unser Platz ist leider neu vergeben und so müssen wir trotz unsereres späten Aufbruchs noch kurz Froggy auf den Nachbarsplatz umsetzen, aber das klappt dank Nachbarshilfe sogar ohne Abbau des Zelts.
Also gut, Test bestanden, aber nass wollen wir das Monster eigentlich nicht einpacken und so hoffen wir nach Ende des Regens auf eine schnelle Trocknung durch Sonne und Wind, aber kleinere Schauer machen uns immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Gegen 2 ist dann aber das Regenrisiko geringer, die Sonne scheint ein wenig und das Zelt trocknet schneller als gedacht, sodass wir es letztendlich problemlos abbauen und einpacken können, bevor wir uns um 4 dann mit Sack und Pack auf den Heimweg machen.

Fazit zum Vorzelt: Nein, das braucht man nicht jedes Wochenende, unter der Markise ist es meistens deutlich schöner, aber gerade zu Saisaon-Anfang und Ende kann es doch ganz muggelig sein, im wärmenden Zelt zu sitzen und auf unseren Holland-Trips müssen wir keine Angst mehr haben, dass uns der Sturm die Markise zerstört. Zu diesen Gelegenheiten kommt das Ding mit, ansonsten bleibt es im Keller liegen! Technisch ist das mit den Luftstangen schon genial gelöst, Neupreis liegt bei 450€, wir haben (fast ungenutzt) 280 bezahlt, das ist fair. An einigen Stellen für unseren Kastenwagen nicht optimal und eher für „normale“ WoMos konzipiert, macht es aber doch einen guten EIndruck und wird uns gelegentlich begleiten…

Fakten und Fazit:

46€ für einen Platz in der zweiten Reihe in der Vorsaison ist schon ein sehr stolzer Preis, der Late-Checkout noch mal 16€, aber dafür ist der Platz sehr gepfegt, freundliche Leute, angenehme Mitcamper, top Lage (bis auf die Güterzüge nachts) und natürlich das Güldene Sanitär 🙂
Kurzum: Wir haben die chillige Atmosphäre sehr genossen und kommen bestimmt noch mal wieder, hoffentlich nicht erst in weiteren 8 Jahren…



Campingplatz Schiefer Turm, Kitzingen, 17.04.2026

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